Europäisches Solidaritätskorps (ESC)

Auf einen Blick

Was wird gefördert:

Grenzüberschreitende und lokale Aktivitäten für junge Menschen, die einen Beitrag leisten für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, solidarisches Handeln sowie ein demokratisches und solidarisches Europa.

Wer wird gefördert:

Junge Menschen zwischen 18 und 30, teilweise bis zu 35 Jahren sowie juristische Personen, also z.B. Kommunen, Kreise, Jugendeinrichtungen und Unternehmen.

Wie wird gefördert:

Zuschuss. In der Regel Pauschalen und Tagessätze.

Beratung

JUGEND für Europa
Nationale Agentur Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps
Godesberger Allee 142–148
D-53175 Bonn

Fon: +49 (0) 228 950 6220
Kontakt: Jugend für Europa

Die Details

Ziele


Allgemeines Ziel:

  • Förderung der Einbeziehung junger Menschen in solidarische Aktivitäten, um den Zusammenhalt, die Solidarität, die Demokratie, die europäische Identität und die aktive Bürgerschaft in der EU zu stärken
  • Förderung der nachhaltigen Entwicklung, sozialen Inklusion und Chancengleichheit

Spezifisches Ziel:

  • Leicht zugängliche Möglichkeiten für junge Menschen, sich solidarisch einzubringen, neue Kompetenzen zu erwerben und diese einfach anerkennen zu lassen


Aktionsbereiche:

  • Beteiligung junger Menschen an solidarischen Tätigkeiten
  • Beteiligung junger Menschen an solidarischen Tätigkeiten im Zusammenhang mit humanitärer Hilfe („Humanitäre Hilfe“)

Förderfähige Maßnahmen


Freiwilligentätigkeiten:

  • Freiwilligendienste: Junge Menschen sind für die Dauer von 2 bis 12 Monaten in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland eingebunden.
  • Freiwilligenteams: Junge Menschen sind in Teams von 10 bis 40 Teilnehmenden aus verschiedenen Programmländern für die Dauer von 2 Wochen bis 2 Monaten in ein gemeinnütziges Projekt eingebunden.
  • Die Freiwilligenteams können auch zu jährlich von der EU festgelegten Schwerpunktthemen arbeiten. Hierzu werden separate Aufrufe veröffentlicht.
  • Freiwilligenaktivitäten im Bereich der humanitären Hilfe: Junge Menschen können auch im Aktionsbereich „humanitäre Hilfe“ einen Freiwilligendienst (2 bis 12 Monate) absolvieren oder an den Aktivitäten eines Freiwilligenteams (2 Wochen bis 2 Monate) teilnehmen.
  • Freiwilligentätigkeiten enthalten eine Lern- und Ausbildungskomponente.
  • Freiwilligentätigkeiten dürfen nicht an die Stelle von Praktika oder Ausbildungsstellen treten.
  • Freiwilligentätigkeiten sind nicht mit einem Arbeitsverhältnis gleichzusetzen.
  • Freiwilligentätigkeiten sind Gegenstand einer schriftlichen Vereinbarung.

Solidaritätsprojekte:

  • Mindestens 5 junge Menschen arbeiten in lokalen Aktionsgruppen im Heimatland für die Dauer von 2 bis 12 Monaten an selbstständig initiierten Projekten. Organisationen können koordinierend unterstützen.


Vernetzungsaktivitäten (in beiden Aktionsbereichen möglich):

  • Stärkung der Kapazitäten der teilnehmenden Organisationen
  • Gewinnung neuer Teilnehmer*innen und Organisationen
  • Möglichkeiten für Feedback schaffen und für das Programm werben
  • Beitrag zum Erfahrungsaustausch und zur Identifikation der Teilnehmenden mit dem Programm

Qualitäts- und Unterstützungsmaßnahmen (in beiden Aktionsbereichen möglich):

  • Maßnahmen zur Festlegung von Sicherheitsstandards
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung
  • Entwicklung und Pflege eines Qualitätssiegels
  • Tätigkeiten von Ressourcenzentren des Programms
  • Einrichtung und Pflege eines leicht zugänglichen Onlineportals

Förderung


Budget:

  • Das Gesamtbudget beträgt rund 1 Mrd. Euro.
  • Davon sind 94% für den Aktionsbereich „solidarische Tätigkeiten“ und 6% für den Aktionsbereich „Humanitäre Hilfe“ vorgesehen.
  • Für Deutschland stehen jährlich rund 14 bis 15 Mio. Euro für Freiwilligentätigkeiten und Solidaritätsprojekte zur Verfügung.


Förderung:

  • Die konkrete Förderhöhe variiert. Die Förderung erfolgt in der Regel als Pauschale oder Tagessatz.
  • Pauschalen werden z.B. für Reisekosten, Verwaltungskosten, finanzielle Unterstützung für aufnehmende Organisationen, Taschengeld oder Mittel für den Fremdsprachenerwerb gewährt.
  • Die genaue Höhe der Fördersätze kann dem aktuellen Programmhandbuch entnommen werden.

Antragsberechtigte


Antragsberechtigte:

  • Antragsberechtigt sind grundsätzlich juristische Personen, also z.B. Kommunen und Kreise.
  • Bei Solidaritätsprojekten sind auch Gruppen aus natürlichen Personen (d.h. jungen Menschen) antragsberechtigt.
  • Die genauen Bestimmungen zu den Antragsberechtigten sind den jeweiligen Förderaufrufen zu entnehmen.

Teilnahmeberechtigte Personen:

  • Aktionsbereich „Solidarische Tätigkeiten“: junge Menschen von 17 bis 30 Jahren
  • Aktionsbereich „Humanitäre Hilfe“: junge Menschen von 17 bis 35 Jahren
  • Bei der Durchführung des Programms sorgen die EU-Kommission und die teilnehmenden Organisationen dafür, dass auch gezielt junge Menschen mit geringeren Chancen angesprochen werden und gleichberechtigt teilnehmen können.


Teilnahmeberechtigte Organisationen:

  • Alle Organisationen (öffentlich, privat, gemeinwohlorientiert, gewinnorientiert) sind grundsätzlich teilnahmeberechtigt.
  • Voraussetzung ist ein Qualitätssiegel. Interessierten Organisationen kann bei Berücksichtigung folgender Kriterien ein Qualitätssiegel ausgestellt werden:
    • Gleichbehandlung
    • Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung
    • Vermeidung von Arbeitsplatzersatz und schädlichen Tätigkeiten
    • Bereitstellung hochwertiger, inklusiver Tätigkeiten mit Lerndimension
    • Angemessene Vorkehrungen für die Freiwilligentätigkeit
    • Sicheres, angemessenes Umfeld
    • Gewinnverbot
  • Einrichtungen, denen das Qualitätssiegel zuerkannt wurde, erhalten Zugang zum Portal des Europäischen Solidaritätskorps und haben dort die Möglichkeit, interessierten jungen Menschen Angebote zu unterbreiten.
  • Organisationen mit einem Qualitätssiegel können eine Finanzierung im Rahmen des Programms erhalten. Der Antrag wird grundsätzlich bei der nationalen Agentur gestellt.

Teilnahmeberechtigte Länder:

  • EU-Mitgliedstaaten
  • EWR- und EFTA-Staaten
  • Beitretende Staaten
  • Länder der europäischen Nachbarschaftspolitik
  • Assoziierte Drittländer

Beantragung


Arbeitsprogramme:

  • Die EU-Kommission verabschiedet jährliche Arbeitsprogramme, in denen die geplanten Aufrufe und Mittelzuweisungen dargelegt werden.
  • Die Arbeitsprogramme werden auf dem EU Funding & Tenders Portal veröffentlicht.

Antragstellung:

  • Aufrufe in den Bereichen „Freiwilligenteams zu prioritären Themen“ und „Freiwilligentätigkeiten im Bereich der humanitären Hilfe“ werden zentral auf dem EU Funding & Tenders Portal beantragt. Die Aufrufe werden durch die „Education and Culture Executive Agency“ (kurz: EACEA) verwaltet.
  • Zur Antragstellung wird eine Registrierung im EU Funding & Tenders Portal benötigt.
  • Antragstellende Institutionen benötigen eine mehrstellige Identifikationsnummer, den sogenannten „Participant Identification Code“ (kurz: PIC).
  • Aufrufe in allen anderen Bereichen werden von der nationalen Agentur veröffentlicht.
  • Projekte sollen grundsätzlich einen europäischen Mehrwert generieren (u.a. länderübergreifender Charakter, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Skaleneffekte).


Grundsätze im Aktionsbereich „Humanitäre Hilfe“ (Auszug):

  • Aktivitäten müssen folgende Grundsätze berücksichtigen: Menschlichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit und Schadensvermeidung.
  • Maßnahmen orientieren sich am Bedarf der lokalen Gemeinschaft.
  • Aktivitäten bedürfen einer Risikobewertung und gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit für Teilnehmende.

Weitere Informationen


Rechtsgrundlage:

Eur-Lex Datenbank: Verordnung (EU) 2021/888

Website: EU-Kommission

Arbeitsprogramm:

Funding & Tenders Portal: Europäisches Solidaritätskorps Dokumente

Website: EU-Kommission

Letzte Aktualisierung: 23.06.2022

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